Bachelor Ingenieurpädagogik Metalltechnik (BIPD)

mit den Unterrichtsfächern Mechatronik oder Mathematik 

Ein Ingenieursstudium gegen den Lehrkräftemangel an Berufsschulen

Berufsbildende Schulen in Deutschland stehen zurzeit vor einer großen Herausforderung: Es herrscht gravierender Mangel an qualifizierten Lehrkräften im Metalltechnik-Bereich (vgl. Abbildung).

Wie auch an Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien droht sich die Situation an den Berufsschulen in den nächsten Jahren erheblich zu verschärfen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der "Babyboomer" ganz aus dem Berufsleben ausscheiden.

Laut Lehrerbedarfsprognose 2025 des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus wird der Bedarf an Lehrkräften an beruflichen Schulen das Angebot bis ins Jahr 2035 bei weitem übertreffen. Dies gilt insbesondere in der beruflichen Fachrichtung Metalltechnik, in der in den nächsten Jahren von einem erhöhten Einstellungsbedarf ausgegangen wird.

Diese Abbildung zeigt einen Auszug mit den Einstellungsaussichten an beruflichen Schulen aus der Lehrbedarfsprognose 2025 des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Daraus geht hervor, dass das Ministerium die Einstellungsaussichten bis 2035 an beruflichen Schulen als sehr gut ansieht. Es prognostiziert "nahezu Volleinstellung" voraus. Als Zeitplan sieht das Ministerium von 2025 bis 2030 die Studienphase vor. Von 2030 bis 2032 rechnet es mit Referendarien.
Abbildung: Einstellungsaussichten an beruflichen Schulen (Lehrerbedarfsprognose 2025, Seite 37, BayStMUK, München, August 2025)

Der Bachelorstudiengang Ingenieurpädagogik mit der beruflichen Fachrichtung Metalltechnik (BIPD) wurde unter Einbeziehung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sowie regionaler Berufsschulen, Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer speziell dafür entwickelt, dem Lehrkräfteverlust entgegenzuwirken, besonders im technischen Bereich. Er kombiniert tiefgreifendes technisches Wissen mit den notwendigen didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten, um die Absolventinnen und Absolventen optimal auf die Tätigkeit im Lehramt vorzubereiten. Damit bietet der Studiengang eine ideale Möglichkeit für Menschen, die sowohl eine Begeisterung für Technik als auch für das Lehren haben.

Kombination technischer und bildungswissenschaftlicher Studieninhalte

Das Ingenieurpädagogik-Studium an der THWS setzt sich aus drei parallelen Säulen zusammen:

  1. Die berufliche Fachrichtung Metalltechnik
  2. Das Unterrichtsfach Mechatronik oder Mathematik (wird bei der Immatrikulation gewählt, vgl. SPO §5 Absatz 1)
  3. Die Bildungswissenschaften

Wie bei allen anderen Studiengängen der THWS sind die Lehrveranstaltungen dieses Studiengangs Modulen zugeordnet. Folgende Module sind Teil des Ingenieurpädagogik-Studiums:

Metalltechnik-Module

  • Entwicklungsprojekt
  • Elektrotechnik/Elektronik
  • Fachwissenschaftliches Wahlpflichtmodul (FWPM)
  • Fertigungstechnik
  • Ingenieurmathematik 1 und 2
  • Maschinendynamik
  • Maschinenelemente und Konstruktion (MEK)
  • MEK-Praktikum
  • Schweißtechnik und Qualitätsmanagement
  • Strömungsmechanik
  • Thermodynamik 1 und 2
  • Technische Kommunikation und Produktentwicklung
  • Technische Mechanik 1 bis 3
  • Werkstoff- und Kunststofftechnik

Bildungswissenschaft-Module

  • Begleitete Schulpraktische Studien (Schulpraktikum)
  • Berufliche Weiterbildung
  • Einführung in die pädagogische Psychologie
  • Grundlagen Berufspädagogik
  • Grundlagen der Fachdidaktik in technischen Fächern
  • Grundlagen der Sozial- und Kommunikationspsychologie

Mechatronik- ODER Mathematik-Module

Mechatronik-Module
  • Informatik und Digitalisierung
  • Mess- und Versuchstechnik
  • Mikrocomputersysteme 1 und 2
  • Modellbildung und Systemtheorie
  • Steuerungs- und Regelungstechnik
Mathematik-Module
  • Einführung in das mathematische Arbeiten 1 und 2
  • Lineare Algebra 1 und 2
  • Analysis 1 und 2

Eine Auflistung aller Module in Zuordnung zu den einzelnen Semestern finden Sie auf der Unterseite "Module".

Ingenieurinnen und Ingenieure mit Lehrfähigkeiten: Gefragt an Berufsschulen und im Betrieb

Im Anschluss an das BIPD-Studium ermöglicht ein Masterstudium Berufliche Bildung an einer Universität den Zugang zum Vorbereitungsdienst/Referendariat für das Lehramt an beruflichen Schulen.

Es bestehen hochschulische Kooperationsvereinbarungen mit der Universität Bayreuth und der Technische Universität München, die die Anschlussfähigkeit des Bachelorstudiums Ingenieurpädagogik Metalltechnik der THWS für ein konsekutives Masterstudium der beruflichen Bildung sicherstellen. Der Bachelorstudiengang wird dabei vollumfänglich auf die jeweiligen Masterstudiengänge angerechnet.

Auch in Industrie und Handwerk sind Fachkräfte gefragt, die nicht nur über ingenieurwissenschaftliches Wissen verfügen, sondern dieses auch mittels pädagogischer Fähigkeiten an jetzige und kommende Generationen weitergeben können - egal ob in Ausbildungswerkstätten oder direkt im Betrieb.

Absolventinnen und Absolventen eines Ingenieurpädagogik-Studiums können einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie des Bildungssystems leisten.

Karriereoptionen für Ingenieurpädagogik-Studierende

Bachelorstudium in der Metalltechnik

  • mit berufspädagogischen Anteilen
  • mit Unterrichtsfach Mechatronik, Mathematik oder Informatik

Berufstätigkeit als Ingenieur

Einsatzbeispiele:

  • Ausbildungs- und Lehrwerkstätten
    • Mittelständische Unternehmen
    • Großindustrie
  • Fortbildungsdienstleister
Diese Grafik zeigt einen Zwei-Wege-Pfeil, der auf zwei Karriereoptionen für Absolventinnen und Absolventen des Ingenieurpädagogik-Studiums verweist.

Laufbahn für das Lehramt

  • Masterstudium Berufliche Bildung an einer Universität
  • Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen
  • Lehramt an einer beruflichen Schule